Übergänge im Leben:
Warum sie sich so unsicher anfühlen
– und wie du darin Halt findest
Frühling… Spürst du das gerade auch?
Es wird heller. Wärmer, frischer.
Frühling liegt in der Luft.
Hier um mich herum blüht gerade alles auf: Bäume, Blumenwiesen, Sträucher. Jeden Tag entdecke ich etwas Neues – und freue mich über diese kleinen Zeichen des Frühlings.
Und gleichzeitig ist da noch etwas vom Winter in mir.
Die Sehnsucht, mich nochmal einzukuscheln. Langsamer zu machen. Energie zu tanken. Die Ruhe des Winters noch ein wenig festzuhalten.
Genau dieser Moment dazwischen –
nicht mehr ganz das Alte, aber auch noch nicht ganz im Neuen.
Das ist ein Übergang.
Und die meisten von uns gehen genau darüber hinweg.
Schnell. Funktional. Ohne wirklich innezuhalten.
Dabei liegt genau hier etwas unglaublich Wertvolles.
Übergänge sind Teil unseres Lebens
Vielleicht kennst du solche Übergänge auch aus deinem eigenen Leben.
Im Job, wenn sich etwas verschiebt:
eine neue Rolle, mehr Verantwortung, ein neues Team.
Oder ein Projekt endet, während das nächste noch nicht richtig greifbar ist.
Vielleicht verändern sich gerade Strukturen im Unternehmen.
Erwartungen steigen. Dynamiken verändern sich. Dinge fühlen sich plötzlich anders an – ohne dass du es sofort benennen kannst.
Oder ganz persönlich:
Deine Rolle als Mutter verändert sich.
Weil dein Kind größer wird. Dich anders braucht. Oder weniger. Du in deinen Job zurück kehrst.
Und du dich selbst dabei wieder ein Stück neu finden darfst.
Vielleicht brauchen deine Eltern gerade mehr Unterstützung.
Und du merkst, wie sich Verantwortung verschiebt.
Oder es gab einen Abschied in deinem Leben.
Einen Verlust, der vieles stillstehen lässt – und gleichzeitig beginnt sich etwas neu zu ordnen.
All das sind Übergänge.
Und sie haben etwas gemeinsam:
Sie fordern uns heraus, uns neu auszurichten.
Übergänge sind keine Lücken. Sie sind Räume.
Räume, in denen sich etwas sortiert.
Räume, in denen dein System sich neu ausrichtet.
Räume zwischen „nicht mehr“ und „noch nicht“.
Und ganz ehrlich:
Kein Wunder, dass sich das manchmal verunsichernd anfühlt.
Denn Übergänge bedeuten oft:
- Unklarheit
- fehlende Erfahrung
- Kontrollverlust
- emotionale Unsicherheit
Das Alte trägt dich nicht mehr ganz.
Das Neue gibt dir noch keinen Halt.
Genau hier entsteht dieses Gefühl von Orientierungslosigkeit, das viele Frauen in beruflichen oder persönlichen Veränderungen erleben.
Warum Veränderung unser Nervensystem stresst
Aus Coaching-Perspektive ist das völlig logisch:
Unser Nervensystem liebt Sicherheit.
Es mag Vorhersehbarkeit, Routinen und bekannte Abläufe. Übergänge dagegen bedeuten Veränderung – und Veränderung fordert unser System heraus.
Deshalb reagieren viele Menschen in solchen Phasen mit einem typischen Reflex:
- schneller werden
- funktionieren
- Lösungen erzwingen
- bloß keine Pause machen
Doch genau das macht innere Unsicherheit oft noch stärker.
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht:
„Wie komme ich da möglichst schnell durch?“
Sondern:
„Wie bleibe ich stabil in mir, während ich hindurchgehe?“
Der Denkfehler: Übergänge schnell „lösen“ wollen
Viele versuchen, diese Phase möglichst abzukürzen.
Doch Übergänge lassen sich nicht überspringen.
Warum?
Weil Veränderung ein natürlicher Entwicklungsprozess ist. Nicht linear – sondern zyklisch.
Ähnlich wie die Jahreszeiten.
Auch der Frühling entsteht nicht von heute auf morgen.
Er entwickelt sich langsam. Schritt für Schritt.
Und genauso ist es oft auch bei uns.
Wenn wir versuchen, diesen Prozess permanent zu beschleunigen, verlieren wir häufig etwas Entscheidendes:
die Verbindung zu uns selbst.
Was du in Übergängen wirklich entwickelst
Übergänge sind keine Schwächephase.
Sie sind Entwicklungsräume.
Gerade in beruflichen oder persönlichen Veränderungen entwickeln wir oft Fähigkeiten, die später zu echter innerer Stabilität werden:
- neue Perspektiven
- mehr Selbstführung
- einen bewussteren Umgang mit Unsicherheit
- Klarheit über eigene Bedürfnisse
- Vertrauen in die eigene Wahrnehmung
Und vielleicht ist genau das die eigentliche Aufgabe solcher Lebensphasen:
Nicht sofort Antworten zu haben.
Sondern zu lernen, sich selbst Halt zu geben.
Was dir in Übergängen wirklich hilft
Gerade Frauen in Verantwortung versuchen oft, alles möglichst gut zu tragen. Für andere da zu sein. Lösungen zu finden. Stark zu bleiben.
Doch in Übergängen braucht es häufig etwas anderes:
Nicht mehr Druck.
Sondern mehr Verbindung zu dir selbst.
Diese drei Dinge helfen dabei besonders:
1. Wahrnehmen statt wegdrücken
Was verunsichert dich gerade wirklich?
Nicht oberflächlich.
Sondern ehrlich.
Oft entsteht innere Ruhe nicht dadurch, dass wir Gefühle vermeiden – sondern dadurch, dass wir sie ernst nehmen.
2. Verbindung zu dir selbst stärken
Wie geht es dir wirklich?
Nicht funktional.
Nicht organisiert.
Nicht „eigentlich ganz okay“.
Sondern ehrlich.
Gerade in Veränderungsphasen verlieren viele Frauen die Verbindung zu ihren eigenen Bedürfnissen, weil so viel Aufmerksamkeit im Außen gebunden ist.
Innere Stabilität entsteht jedoch zuerst innen.
3. Kleine Schritte statt großer Antworten
Du musst nicht schon wissen, wie alles wird.
Aber du kannst den nächsten stimmigen Schritt gehen.
Und oft entsteht Sicherheit nicht durch perfekte Pläne – sondern dadurch, dass wir erleben:
Ich kann mit mir selbst verbunden bleiben, auch wenn noch nicht alles klar ist.
Mini-Check-in für deinen aktuellen Übergang
Vielleicht magst du dir kurz ein paar Minuten dafür nehmen:
- In welchem Übergang befinde ich mich gerade?
- Was verunsichert mich daran wirklich?
- Was funktioniert im Alten nicht mehr für mich?
- Was entsteht gerade langsam neu?
- Was gibt mir aktuell Sicherheit – innerlich oder äußerlich?
- Was brauche ich jetzt wirklich?
Übergänge sind kein Problem – sie sind der Weg
Die Unsicherheit, die du spürst, ist nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass etwas falsch läuft.
Oft ist sie vielmehr ein Zeichen dafür, dass sich etwas verändert. Dass du dich entwickelst. Dass etwas Neues entstehen möchte.
Und vielleicht ist genau das der wichtigste Perspektivwechsel:
Du musst Übergänge nicht perfekt bewältigen.
Du darfst lernen, dich in ihnen zu halten.
Vielleicht stehst du gerade selbst an so einem Punkt zwischen „noch“ und „schon“.
Zwischen Loslassen und Neuorientierung.
Zwischen Funktionieren und dem Wunsch, wieder mehr bei dir selbst anzukommen.
Genau durch solche Phasen begleite ich Frauen in meinen Coachings und Workshops.
Nicht mit schnellen Lösungen.
Sondern mit Raum für Klarheit, innere Stabilität und neue Orientierung.
Herzlich,
Verena