Innere Haltung & Äußere Wirkung

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Nicht jeder Gedanke ist wahr

Neulich sagte mir meine Mama:
„Ich geh jetzt schwimmen – aber irgendwie fühle ich mich heute nicht so fit.“

Ich schaute sie an.

„Willst du wirklich? Du bist dann allein im See.“

„Ach, das geht schon“, sagte sie. Und ging.

Ich versuchte, mich wieder auf meine Arbeit zu konzentrieren. Wirklich. Ich dachte: Sie kann auf sich aufpassen. Sie weiß, was sie tut. Alles gut.

Aber dann.

Nach fünf Minuten kam der erste Gedanke:

Was, wenn sie einen Krampf bekommt?

Nach zehn Minuten der nächste:

Sie ist allein da draußen. Niemand würde es mitbekommen.

Nach fünfzehn Minuten war ich innerlich völlig durch. Mein Bauch fühlte sich flau an. Ich wurde unruhiger. In meinem Kopf lief längst ein ganzer Film ab. Mit dramatischer Musik und allem.

Ich hielt es nicht mehr aus.

Ich ging zum See.

Und da kam sie mir entgegen. Gut gelaunt. Erfrischt.

„War herrlich! Ich bin in Ufernähe geblieben.“

Erleichterung.

Und gleichzeitig: Ach Mama.

Die Boje, die wir ihr extra gekauft hatten, damit sie sich festhalten kann, falls doch mal was ist? Die hatte sie natürlich vergessen.

Aber es war alles gut gegangen.

Warum ich das erzähle

Weil ich in diesen fünfzehn Minuten eine komplette Geschichte in meinem Kopf gesponnen hatte.

Mit Handlung. Stimmung. Katastrophe. Ausgang offen.

Dabei war faktisch nichts passiert.

Meine Mama war schwimmen. Wie jeden Tag.

Aber mein Kopf hatte längst eine gefährliche Situation daraus gemacht.

Und ich glaube, damit bin ich nicht allein.

Vielleicht kennst du das auch.

Ein Anruf bleibt aus.
Eine Nachricht ist kürzer als sonst.
Jemand schaut komisch.
Ein Tonfall verändert sich.
Eine Person reagiert nicht so, wie du es erwartet hättest.

Und schon beginnt dein Kopf zu arbeiten.

Nicht langsam. Sondern sofort.

Er sammelt Hinweise, deutet, bewertet, ergänzt Lücken und baut daraus eine Geschichte.

Manchmal eine harmlose.
Manchmal eine ziemlich dramatische.

Und je öfter wir diesen Gedanken folgen, desto echter fühlen sie sich an.

Gedanken sind oft keine Fakten

Das ist für mich einer der wichtigsten Punkte:

Die meisten unserer Gedanken sind keine Fakten. Sie sind Bewertungen.

Unser Gehirn nimmt etwas wahr und ordnet es ein. Das ist grundsätzlich sinnvoll. Es will uns schützen. Es will vorbereitet sein. Es will Gefahren früh erkennen.

Nur manchmal schießt es dabei deutlich übers Ziel hinaus.

Fakt war in meinem Fall:

Meine Mama ist schwimmen gegangen.
Sie war allein im See.
Sie hatte vorher gesagt, dass sie sich nicht ganz fit fühlt.

Meine Bewertung war:

Das könnte gefährlich werden.
Was, wenn etwas passiert?
Ich müsste doch irgendwas tun.
Ich darf das nicht einfach laufen lassen.

Und plötzlich war mein Körper in Alarmbereitschaft.

Flauer Bauch. Unruhe. Anspannung. Gedankenkreisen.

Obwohl in diesem Moment objektiv nichts Schlimmes passiert war.

Genau das ist der Punkt: Unser Körper reagiert nicht nur auf Tatsachen. Er reagiert auch auf unsere inneren Geschichten.

Und wenn diese Geschichte bedrohlich genug klingt, macht unser Nervensystem mit.

Wenn Sorge aus Liebe kommt

Ich finde wichtig, das nicht sofort abzuwerten.

Sorge ist nicht einfach „falsch“.

Oft kommt sie aus Liebe.

Ich mache mir Sorgen, weil mir jemand wichtig ist. Weil ich nicht möchte, dass etwas passiert. Weil ich verbunden bin. Weil ich aufmerksam bin.

Die gute Absicht dahinter ist also nicht das Problem.

Das Problem beginnt da, wo die Sorge mich auffrisst.

Wenn ich innerlich komplett aussteige.
Wenn ich nicht mehr klar unterscheiden kann zwischen dem, was wirklich passiert, und dem, was ich mir ausmale.
Wenn ich Kontrolle suche, obwohl ich eigentlich Vertrauen bräuchte.
Wenn mein Kopf versucht, Sicherheit herzustellen, indem er jedes mögliche Risiko durchspielt.

Nur leider macht das meistens nicht sicherer.

Es macht vor allem enger.

Zurück ins Jetzt

Was mir in solchen Momenten hilft, ist eine sehr einfache Frage:

Was ist jetzt gerade, in diesem Moment, wirklich los?

Nicht: Was könnte passieren?
Nicht: Was wäre, wenn?
Nicht: Was hat mein Kopf schon alles daraus gemacht?

Sondern:

Was ist jetzt?

In meinem Fall wäre die ehrlichste Antwort gewesen:

Meine Mama schwimmt.
Ich sitze hier.
Ich weiß gerade nicht, dass etwas passiert ist.
Ich spüre Sorge.
Aber faktisch ist im Moment nichts Schlimmes da.

Diese Frage löst nicht immer alles sofort auf.

Aber sie holt mich zurück.

Aus dem Film.
Aus der Zukunft.
Aus der Katastrophe.
Zurück in diesen einen Moment.

Und dieser Moment ist oft viel weniger dramatisch als das, was mein Kopf daraus macht.

Vertrauen statt Kontrolle

Der zweite Punkt ist für mich fast noch schwerer:

Andere Menschen sind erwachsen.

Sie dürfen Entscheidungen treffen. Auch Entscheidungen, die ich anders treffen würde.

Natürlich darf ich meine Sorge äußern. Ich darf sagen: „Ich finde es nicht ideal, wenn du allein schwimmen gehst, wenn du dich nicht fit fühlst.“

Aber danach kommt der Teil, der für viele von uns schwer ist:

Ich muss anerkennen, dass die andere Person selbst entscheidet.

Auch meine Mama.

Auch wenn sie die Boje vergisst.

Auch wenn ich innerlich denke: Das hätte man jetzt wirklich anders machen können.

Meine Sorge ändert nicht, was gerade passiert. Sie macht es nur für mich schwerer.

Und manchmal ist genau das die eigentliche Lernaufgabe:

Nicht alles kontrollieren zu wollen, nur weil ich Angst habe.

Sondern zu merken:

Ich darf verbunden sein, ohne mich innerlich zu verlieren.
Ich darf lieben, ohne alles absichern zu müssen.
Ich darf besorgt sein, ohne der Sorge komplett das Steuer zu überlassen.

Es geht nicht um positives Denken

Mir ist dieser Punkt wichtig:

Es geht nicht darum, alles schönzureden.

Manche Situationen sind tatsächlich riskant.
Manche Sorgen sind berechtigt.
Manche Menschen verhalten sich unachtsam.
Manche Dinge dürfen uns unruhig machen.

Es wäre wenig hilfreich, einfach zu sagen: „Denk halt positiv.“

Darum geht es nicht.

Es geht nicht darum, die Sorge wegzudrücken.
Es geht nicht darum, sich selbst zu überreden.
Es geht nicht darum, alles rosarot zu sehen.

Es geht darum, wieder unterscheiden zu können.

Zwischen Wahrnehmung und Bewertung.
Zwischen Fakt und Geschichte.
Zwischen echter Handlungsnotwendigkeit und innerem Alarm.
Zwischen Liebe und Kontrolle.

Diese Unterscheidung ist für mich ein wichtiger Teil von innerer Balance.

Die eigentliche Fähigkeit: zurückfinden

Der eigentliche Punkt ist für mich nicht, immer ruhig zu bleiben.

Das wäre unrealistisch.

Der Punkt ist auch nicht, nie wieder in Gedankenspiralen zu rutschen.

Das passiert uns allen.

Der Punkt ist:

Wie schnell finde ich zurück?

Zurück aus dem Gedankensumpf.
Zurück aus dem inneren Film.
Zurück aus dem „Was, wenn?“
Zurück in einen Zustand, in dem ich wieder klarer denken kann.

Ich nenne das gern die Rückkehrgeschwindigkeit.

Wie schnell merke ich, dass mein Kopf gerade eine Geschichte baut?

Wie schnell kann ich innerlich einen Schritt zurücktreten?

Wie schnell komme ich wieder bei mir an?

Nicht perfekt. Nicht immer sofort. Aber vielleicht ein kleines bisschen früher als beim letzten Mal.

Und dieses kleine bisschen macht einen Unterschied.

Drei Fragen für solche Momente

Wenn du merkst, dass dein Kopf gerade losrennt, können dir diese Fragen helfen:

1. Was ist gerade wirklich los?

Ganz nüchtern.

Was ist passiert?
Was weiß ich sicher?
Was beobachte ich gerade tatsächlich?

Nicht interpretieren. Nicht ergänzen. Nicht dramatisieren.

Nur wahrnehmen.

Zum Beispiel:

„Die Person hat noch nicht geantwortet.“
statt
„Sie ist bestimmt sauer.“

Oder:

„Meine Mama ist schwimmen gegangen.“
statt
„Das geht bestimmt schief.“

Diese Unterscheidung bringt oft schon etwas Luft in die Situation.

2. Was macht mein Kopf daraus?

Diese Frage hilft dir, die Bewertung sichtbar zu machen.

Welche Geschichte erzähle ich mir gerade?

Vielleicht:

„Ich bin nicht wichtig.“
„Ich muss mich kümmern.“
„Wenn ich nicht aufpasse, passiert etwas.“
„Ich hätte es verhindern müssen.“
„Da stimmt etwas nicht.“

Sobald du die Geschichte erkennst, bist du ihr nicht mehr komplett ausgeliefert.

Du kannst sie anschauen.

Und du kannst prüfen:

Ist das wirklich wahr?
Oder ist es gerade eine Möglichkeit unter vielen?

3. Was brauche ich jetzt, um zurückzukommen?

Manchmal brauchst du eine Handlung.

Zum Beispiel nachfragen, anrufen, etwas klären, eine Grenze setzen.

Und manchmal brauchst du keine Handlung nach außen, sondern eine Rückverbindung nach innen.

Einen Atemzug.
Einen Schritt vor die Tür.
Eine Hand auf den Bauch.
Ein Glas Wasser.
Einen ehrlichen Satz zu dir selbst:

„Ich bin gerade besorgt. Und ich darf trotzdem hier bleiben.“

Oder:

„Mein Kopf macht gerade einen Film. Ich komme zurück in diesen Moment.“

Die kleine Gutfühlinsel

Ich mag das Bild der kleinen Gutfühlinsel.

Nicht, weil dort alles perfekt ist.

Sondern weil sie ein Ort ist, an dem du kurz auftauchen kannst.

Gerade dann, wenn dein Kopf dich in eine Geschichte zieht.

Eine Gutfühlinsel kann etwas ganz Einfaches sein:

Der Geschmack von Kaffee.
Sonnenlicht auf dem Boden.
Ein tiefer Atemzug.
Der Blick auf den See.
Ein freundlicher Gedanke.
Ein Moment Stille.
Die Frage: Was ist gerade trotzdem okay?

Dadurch wird nicht plötzlich alles gut.

Aber dein Gehirn bekommt eine neue Information:

Da ist nicht nur dieses Problem.
Da ist nicht nur diese Sorge.
Da ist auch noch etwas anderes.

Und manchmal reicht genau dieses kleine bisschen, um wieder bei dir anzukommen.

Zum Mitnehmen

Nicht jeder Gedanke ist wahr.

Manche Gedanken sind Bewertungen.
Manche sind alte Muster.
Manche sind Schutzversuche.
Manche kommen aus Liebe.
Manche entstehen aus Angst.
Manche fühlen sich sehr echt an und sind trotzdem keine Fakten.

Du musst deine Gedanken nicht bekämpfen.

Aber du darfst sie überprüfen.

Du darfst innehalten und fragen:

Was ist gerade wirklich los?
Was macht mein Kopf daraus?
Was brauche ich jetzt, um zurückzukommen?

Und vielleicht ist genau das ein schöner nächster Schritt:

Nicht alles glauben, was du denkst.

Sondern dir selbst wieder näherkommen.

Zurück ins Jetzt.
Zurück in die Klarheit.
Zurück auf deine kleine Gutfühlinsel.


Falls Du Lust darauf hast im Kreis von tollen Frauen an Deinen Themen zu arbeiten, sind vielleicht meine Workshops - In Deiner Kraft - was für Dich.

Freue mich von Dir zu hören, deine Verena 


Selbstfürsorge versus Selbstmanagement: Ein Balanceakt für Frauen in Doppelbelastung


·         Was ist Selbstmanagement 

·         Was ist Selbstführsorge 

·         Die Balance finden: Wie ergänzen sich Selbstfürsorge und Selbstmanagement?

·         Praktische Tipps, um beide Konzepte in Einklang zu bringen:

·         Von der Aufopferung zur Führung: Die innere Haltung der Leaderin

 

„Verena, es war ganz schwierig für mich, ich konnte mit dem Gedanken, dass es um mich geht, nichts anfange, es geht doch nie um mich…Mir fällt dazu nichts ein, mich gibt es glaub gar nicht.“

Dass war eine Rückmeldung bei meinem Workshop „Date mit dir selbst“. Für mich beschreibt das sehr schön, dass für Frauen immer danach schauen, dass es allen um sie herum gut geht. Egal ob es die Familie ist oder die Kollegen in der Arbeit. Die Frauen schauen vor allem nach der Harmonie und managen den Alltag für die ganze Familie (unabhängig davon ob Kinder da sind oder die Eltern gepflegt werden, ein Familienunternehmen geführt wird oder etwas anderes noch einfließt). 

Vor ca einem Monat hatte ich bei meinem Newsletter die Abfrage gemacht, was die größte Herausforderung für dich ist – Dankeschön noch an alle, die zurückgeschrieben haben. 
 Die Rückmeldungen decken sich mit den Erfahrungen aus meinem Coaching und Workshops: 

·         Ich habe zu viele To Do´s

·         ich möchte, dass es meinen Lieben gut geht und für sie da sein 

·         ich bin froh, wenn ich einfach ins Bett fallen kann über mehr mache ich mir aktuell keine Gedanken

·         ich mache schon keine Termine mehr aus, weil mich schon die Verpflichtung stresst. 

·         Ich funktioniere einfach 

·         Ich habe keine Energie mehr für mehr als den Alltag 

Es sind Rückmeldungen von Frauen mit kleinen Kindern, mit größeren Kindern, über Frauen ohne Kinder, Selbstständige, Arbeitnehmerinnen, Frauen in Führungspositionen oder Unternehmerinnen, sowie Frauen, die (bald) in Rente sind. 

Alle machen das gleiche mit, sie sind ständig dabei alle ihre verschiedenen Rollen unter einen Hut zu bringen. Die Mehrfachbelastung aus beruflichem Erfolg und familiären Verpflichtungen ist real. Dabei geraten zwei wesentliche Konzepte ins Blickfeld: Selbstfürsorge und Selbstmanagement. Doch was genau bedeutet das und wie gelingt es, beides ausgewogen zu leben?

 

Was ist Selbstmanagement?

 

Selbstmanagement bezieht sich auf die Fähigkeit, den eigenen Alltag effizient zu organisieren. Es geht darum, Aufgaben zu planen, Prioritäten zu setzen und Fristen einzuhalten, um die eigene Produktivität zu maximieren. Die gängigen Techniken beinhalten im ersten Schritt die Klarheit und damit verbunden das Setzen von Zielen, Zeitmanagement-Strategien wie die Eisenhower-Matrix (wichtig und dringend zu trennen) oder das Pareto-Prinzip (20/80 Prinzip) und das Delegieren von Aufgaben.

 

Für viele Frauen im Berufsleben kann Selbstmanagement der Schlüssel zu einem strukturierten Alltag sein, besonders wenn sie neben dem Job noch familiäre oder andere Verpflichtungen haben. Ein gutes Selbstmanagement sorgt dafür, dass die Dinge erledigt werden und gibt ein Gefühl der Kontrolle.

 

Ein Beispiel aus einem Erstgespräch zum Coaching, dass ich letzten Monat hatte: 

Anna, 39, ist in leitender Funktion in einem mittelständischen Unternehmen und Mutter von zwei Kindern. Ihr Terminkalender ist immer voll, sowohl im Büro als auch zu Hause. Durch striktes Zeitmanagement und die Nutzung von To-Do-Listen schafft sie es, Meetings, Kundenprojekte und Schulveranstaltungen der Kinder in ihren Tagesablauf zu integrieren. Sie plant ihre Woche am Sonntagabend und setzt klare Prioritäten, um sich nicht in Kleinigkeiten zu verlieren. Trotzdem fühlt sie sich oft gestresst und erschöpft, weil die To-Do-Listen nie wirklich "abgearbeitet" sind.

 

 

Was ist Selbstfürsorge?

 

Selbstfürsorge ist der aktive Prozess, für das eigene Wohlbefinden zu sorgen, sei es physisch (Bewegung; Yoga, spazieren in der Natur), emotional (Hobbys z.B. malen, tanzen oder auch sich Unterstützung zu holen, wenn es emotional herausfordernd wird, durch Gespräch mit einer Freundin bis hin zu einem Coach) oder mental (Meditation, Achtsamkeitsübungen, den Geist zur Ruhe bringen, gezielte Bildschirm Auszeiten). 

 

Anders als Selbstmanagement, das oft leistungsorientiert ist, geht es bei der Selbstfürsorge um das Erkennen und Stillen eigener Bedürfnisse. Dazu gehören generell ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung, Pausen im Alltag und das Setzen von Grenzen. Darüber hinaus alles, was dir guttut, dich bei dir sein lässt, das kann von lesen, malen über häkeln, kochen oder nähen oder joggen alles sein. Hauptsache es stillt deine eigenen Bedürfnisse. 

 

Für Frauen, die beruflich und privat stark eingespannt sind, ist Selbstfürsorge nicht immer selbstverständlich. Bei meinen Workshops hatte ich oft Frauen dabei, die das als "Luxus" angesehen haben, den sie sich nur dann leisten lässt, wenn alles andere erledigt ist – und das ist selten der Fall. 
 Da sie bei mir meist im Urlaub sind und da das Zeitfenster haben war für sie ein Geschenk. Sie kamen zu dem Morgeninput, weil sie in der Zeit für sich sein können und nichts machen müssen. „ich bin hier, weil ich 30 Minuten Zeit für mich haben wollte, da das im Alltag gar nicht mehr klappt, ständig entweder Kinder oder die Arbeit - für mich ist da keine Zeit mehr übrig“ 
  

Doch langfristig führt Vernachlässigung der Selbstfürsorge zu Erschöpfung oder gar Burnout.

 

Ein Beispiel einer Frau aus einem Workshop von mir: 

Julia, 45, ist Mitgestalterin im Familienunternehmen und betreut gleichzeitig ihre kranke Mutter. Für sie bedeutet Selbstfürsorge, sich jeden Morgen 20 Minuten für Yoga und Meditation zu reservieren, bevor sie den Tag startet. Auch wenn sie viel zu tun hat, ist diese Zeit für sie unverhandelbar. Sie hat gelernt, dass sie nur dann langfristig leistungsfähig bleibt, wenn sie regelmäßig auftankt. Ihre tägliche Routine hilft ihr, stressige Tage besser zu meistern und den Fokus zu behalten.

 

Die Balance finden: Wie ergänzen sich Selbstfürsorge und Selbstmanagement?

 

Selbstfürsorge und Selbstmanagement sind keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Medaille. Das eine funktioniert ohne das andere nicht nachhaltig. Während Selbstmanagement dazu beiträgt, die täglichen Anforderungen zu bewältigen, sorgt Selbstfürsorge dafür, dass wir dabei gesund und glücklich bleiben.

 

5 Praktische Tipps, um beide Konzepte in Einklang zu bringen:

 

1. Regelmäßige Pausen einplanen

Integriere bewusste Pausen in deinen Zeitplan. Genauso wie du Meetings und Termine einplanst, reserviere dir täglich kleine Zeitfenster für eine Pause an der frischen Luft, eine Meditation oder einfach ein paar Minuten Ruhe. Auch wenn du jetzt denkst, brauche ich nicht oder ist nicht möglich, eine Zeit lang mag das stimmen, aber irgendwann holt sich der Körper was er braucht. 

 

2. Grenzen setzen und "Nein" sagen

Dieses „Nein sagen“, ist für viele Frauen in meinen Coachings ein absolutes Schlüsselerlebnis, was ganz viel verändert. Es ist weniger das etwas nicht machen, sondern mehr dieses selbst bewusst entscheiden ob ich etwas annehme oder ablehne. 

Selbstmanagement bedeutet auch, Aufgaben abzulehnen, die über deine Kapazitäten hinausgehen. Setze klare Grenzen im Arbeitsalltag, um Zeit für dich selbst zu schaffen.

 

3. Energielevel beachten

Nutze produktive Phasen für wichtige Aufgaben und gönne dir in Energie-Tiefs eine Auszeit. Selbstmanagement bedeutet nicht, sich ständig zu 100 % zu fordern. Ich bin jemand, der morgens die beste Phase des Tages hat, da bekomme ich viele, auch unliebsame Dinge, viel schneller erledigt. Schau mal wenn bei dir welche Phasen sind und fang an, diese richtig zu nutzen. 

 

4. Reflexion am Abend

Die Zeit für Reflexion wird immer noch stark unterbewertet. Glaub mir, dass schafft Bewusstsein für das, was du alles gewuppt hast. Das macht viel zufriedener es wahrzunehmen versus direkt weiter zu machen. Am Ende des Tages nicht nur die erledigten Aufgaben abhaken, sondern auch kurz reflektieren: Was hat heute gutgetan? Wo habe ich meine Bedürfnisse ignoriert? Das schafft Bewusstsein für notwendige Anpassungen und ein kurzer Moment, den du auch für das Feiern und Schulterklopfen bei dir selbst nutzen solltest. 

 

5. Selbstfürsorge-Rituale fest einplanen

Sei es ein regelmäßiger Spaziergang, das Lesen eines Buches oder ein Abend ohne Smartphone – baue feste Rituale der Selbstfürsorge in deinen Alltag ein und behandele sie wie wichtige Termine.

 

Von der Aufopferung zur Führung: Die innere Haltung der Leaderin

Selbstmanagement hilft dabei, den Alltag zu meistern, während Selbstfürsorge sicherstellt, dass wir dabei nicht auf der Strecke bleiben. Beide Konzepte sind unverzichtbar für Frauen, die in Mehrfachbelastung leben, Führungsverantwortung tragen oder sich in der Selbstständigkeit beweisen. Es gilt, die Balance zu finden, um langfristig gesund, glücklich und erfolgreich zu sein.

Wenn wir Frauen unseren Platz einnehmen und in die Führung gehen und damit die Verantwortung für uns, unsere Familie, unser Team, oder wo auch immer wir uns engagieren, übernehmen wechseln wir das Gedankenmodell. Wir sind nicht die, die sich aufopfert für die Familie, für den Job, für´s Ehrenamt… , sondern wir wechseln in die innere Haltung der Führerin. Eine Anführerin weiss, was ihre Lieben brauchen, sie hat den Überblick und sorgt dafür, dass es ihr gut geht und damit auch denen, die ihr am Herzen liegen. 

Spürst du den Unterschied? 

Ja, der Alltag ist noch da, die To Do Liste ist noch da, aber die Anführerin sorgt für sich. Sie gibt ggf etwas ab, spricht Dinge an, sagt, was jetzt wichtig ist, ist sich klar über sich selbst und weiss, was ihre Intention ist. 

Indem du sowohl deine Aufgaben als auch deine eigenen Bedürfnisse ernst nimmst, stärkst du deine Resilienz und schaffst Freiräume, in denen du wachsen kannst – beruflich und privat. Es geht darum, nicht nur für andere da zu sein, sondern auch für dich selbst – mit der Haltung einer Leaderin, die ihre eigene Balance findet und ihr Umfeld inspiriert, es ihr gleichzutun.

Wenn du spürst, dass du deine Haltung, deine Klarheit oder deinen Platz im Leben bewusster einnehmen möchtest, begleite ich dich gern im Coaching.
Der Coaching-Impuls ist ein guter erster Schritt, um dein Anliegen zu sortieren und wieder mehr innere Ausrichtung zu finden. 

Freue mich von Dir zu hören, deine Verena 


Entfalte Deine Kraft: 

Wie Deine innere Einstellung Dein Leben verändern kann

Haltung - dieses Wort begegnet mir in letzter Zeit immer häufiger, besonders beim Yoga. „Komme innerlich in eine Haltung, in der du das Vergangene loslassen, der Zukunft entspannt entgegenblicken und vollkommen präsent im Augenblick bist“ (Danke @nina.heitmann.yoga).
Zwei Gedanken dazu:
Gedanke Nummer 1: Meine innere Haltung, egal worauf bezogen, macht vieles möglich oder unmöglich. Sie unterstützt mich, macht Dinge leichter oder schwerer. Das betrifft nicht nur Yoga und Meditation (ich finde es immer schwierig, still zu sitzen). Es geht um alle Alltagssituationen und die Art und Weise, wie ich diese angehe – sei es die unspirituelle Buchhaltung, ein unangenehmes Gespräch oder ein Herzensprojekt. Die Haltung beim Schreiben dieses Textes könnte sein: „Ich kann nicht schreiben, mir fällt nichts ein…“ oder „Ich habe Lust, etwas zu schreiben, das andere inspiriert“.
Hast du beim Lesen bemerkt, wie unterschiedlich du auf meine positiven und negativen Punkte reagiert hast? Genau dieses Gefühl meine ich – es taucht unbewusst bei Dingen auf, die wir mögen oder nicht mögen. Der erste Schritt ist, diese unbewussten Gefühle wahrzunehmen und zu hinterfragen. Der zweite Schritt wäre zu überlegen, ob ich meine Haltung ändern möchte. Was braucht es dafür? Was könnte es noch sein? Wofür ist es gut? Dann könnte ich meine Haltung so ändern, dass sie mich unterstützt, statt mich herunterzuziehen.
Für mich und das Schreiben dieses Textes bedeutet das, dass ich mir vorstelle, dass vielleicht eine Person diesen Text liest und er ihr weiterhilft. Oder, dass es mir hilft, einen kleinen Schritt für mein Herzensprojekt zu gehen.
Gedanke Nummer 2: Meine äußere Haltung wird von meiner inneren Haltung genährt und umgekehrt – meine innere Haltung wird von meiner äußeren beeinflusst.
Warum ich das heute erzähle? Wenn bei mir nichts mehr geht und ich mich an diese Information erinnere (oft denke ich vor lauter To-Dos nicht daran), beginne ich, etwas zu ändern. Das Gefühl, das uns ein Lächeln ins Gesicht zaubert, funktioniert auch andersherum – ein Lächeln zaubert uns ein gutes Gefühl in den Körper. Das klappt auch mit dem Lieblingslied. Alternativ dazu: die Arme nach oben strecken – Siegerpose. Bitte zwei Minuten durchhalten. Dann kommt vermutlich das Lachen, und wenn nicht, geht es zumindest leichter. Natürlich sind auch Tanzen, Springen und Singen erlaubt – alles, was gut tut. Probier es aus; ich bin gespannt und freue mich auf dein Ergebnis.

Übrigens: Diese innere Haltung, in der ich das Vergangene loslasse, der Zukunft entspannt entgegenblicke und vollkommen präsent im Augenblick bin, ist ein Geschenk. Wie kleine Schritte dahin aussehen können, verrate ich beim nächsten Mal.

Schreib mir gerne über deine Erfahrung. Ich freue mich auf dein Feedback  an [email protected]